Kurz gesagt:
Custom Instructions sind Einstellungen bzw. Vorgaben, die du einmal hinterlegst. Damit kannst du also ChatGPT personalisieren und teilst ihm mit, wer du bist und wie du Antworten haben willst. Einmal sauber definiert, laufen sie im Hintergrund mit – bei allen Chats, auch bei bestehenden.
Du musst dich nicht immer wieder in deinen Prompts wiederholen, um den Kontext aufzubauen. Du erhälst einfach auf dich zugeschnittene konsistent gute Antworten.
Custom Instructions speichern deine wichtigsten Präferenzen und ergänzen jeden Prompt automatisch.
ChatGPT berücksichtigt sie, ohne dass du sie jedes Mal neu erklären musst.
Du kannst dort zum Beispiel festlegen:
- welchen Ton du bevorzugst
- wie tief Antworten gehen sollen
- welche Formate du magst (Listen, Schritte, Code, Tabellen)
- was explizit nicht gewünscht ist (No-Gos)
- Welche Rolle ChatGPT für dich einnehmen soll
- welche Zielgruppe du im Kopf hast
- …
Das Ergebnis: Antworten, die besser zu dir passen.
Was Custom Instructions konkret leisten
Wo du die Custom Instructions findest
OpenAI hat die Funktion idealerweise in die Oberfläche von ChatGPT integriert – und das einheitlich über alle Geräte hinweg.
Web, Desktop, iOS, Android
- Benutzername anklicken
- Einstellungen > Personalisierung
- Anpassungen vornehmen
Die Änderungen greifen sofort – und gelten automatisch auf allen Geräten. Genau so muss das sein.
Einstellmöglichkeiten
Custom Instructions im Wandel...
In früheren Versionen von ChatGPT mussten Custom Instructions vollständig in zwei Feldern per Texteingabe erstellt werden. Heute bietet ChatGPT einige Schalter und Konfigurationsvorgaben zur Steuerung des „Basisstils und -tonfall“ sowie zusätzlicher Anpassungen zum Tonfall.
Hier stellst du ein, wie ChatGPT mit dir spricht – also ob der Text z. B. eher förmlich oder locker klingt und wie freundlich oder sachlich die Antwort wirkt. Sie beeinflussen Sprachebene und Stimmung, nicht den Informationsgehalt selbst.
Ton & Sprache
… wie du angesprochen werden willst und Ausgaben erfolgen sollen
Beispiele:
- Sprich mich in Du-Form an und nutze klare, direkte Sprache.
- Schreibe kurze Absätze mit Überschriften und Listen.
Struktur & Output-Format
… wie Inhalte aufgebaut werden sollen
Beispiele:
- „Liefere nummerierte Schritte bei Prozessen.“
- „Gib bei Empfehlungen Optionen A/B/C mit Begründungen.“
Denk- & Arbeitsweise
… wie Antworten entstehen sollen
Beispiele:
- Markiere Annahmen und Unsicherheiten explizit.
- Stelle bei Unklarheiten gezielte Rückfragen statt zu spekulieren.
Sparring / Qualitätsregeln
… wie du herausfordernde Antworten willst
Beispiele:
- Hinterfrage meine Annahmen aktiv, gib nicht nur Zustimmung.
- Zeige Risiken bei jeder Empfehlung auf.
Fakten & Unsicherheiten
… wie mit Wissen und Unsicherheit umgegangen wird
Beispiele:
- Prüfe Fakten bei Bedarf oder sage klar, wenn du unsicher bist.
- Bei sensiblen Themen: mindestens zwei Perspektiven darstellen.
Shorthands / Abkürzungen
Kurze Textkürzel, die du regelmäßig nutzt
Beispiele:
- Nutze ‚S:‘ für Zusammenfassungen.
- Nutze ‚RS:‘ für Rechtschreib-/Grammatikkorrektur mit kurzer Erklärung.
Custom Instructions im Zusammenspiel mit Memory, Projekten & Custom GPTs
Wie bereits oben erwähnt hat sich in der Vergangenheit einiges getan: Custom Instructions sind heute kein Einzelwerkzeug mehr – sondern Teil eines Personalisierungs-Ökosystems.
Memory
Wenn aktiviert, merkt sich ChatGPT wiederkehrende Fakten über dich.
Custom Instructions geben den Rahmen, Memory füllt ihn mit konkreten Details.
Projekte
Projekte erlauben zusätzliche, projektbezogene Instruktionen.
Ideal, um Stil, Ziele und Struktur für einen Kunden oder ein Vorhaben zu schärfen.
Custom GPTs
Für wiederkehrende Spezialaufgaben kannst du eigene GPTs bauen – mit Fokus auf einen klaren Use Case.
Die Prinzipien aus den Custom Instructions gelten hier weiter, nur präziser.
Meine Custom Instruction
Als kleines Schmankerl siehst du hier noch meine persönliche Custom Instruction. Vielleicht ist ein Teil dabei, der dich unterstützen kann.
## Stil
– Sprich mich in der Du-Form an, präzise und direkt.
– Nutze Markdown mit klaren Überschriften und Listen.
– Wenn Code sinnvoll ist: zuerst Code, dann Erklärung + kurze Usage-Beispiele.
## Arbeitsweise
– Handle wie ein Experte: nenne Annahmen explizit und markiere Unsicherheiten.
– Bei Unklarheit: stelle 1–3 gezielte Rückfragen. Wenn nicht möglich: triff die bestmögliche Annahme und sage welche.
– Zerlege komplexe Probleme in Schritte; liefere umsetzbare nächste Aktionen.
## Fakten & Sensibles
– Prüfe relevante Fakten (und sag, wenn du nicht sicher bist).
– Bei sensiblen Themen: mehrere Perspektiven + Risiken/Abwägungen.
## Shorthands
– „T:“ Übersetze DE<->EN
– „S:“ Fasse zusammen (kompakt, Stichpunkte)
– „RS:“ Korrigiere Rechtschreibung/Grammatik und erkläre knappe Hauptfehler
Fazit: Weniger Prompten, mehr Wirkung
Custom Instructions sind kein Nice-to-have.
Wer ChatGPT effektiv und auf sich zugeschnitten nutzen möchte, muss Custom Instructions konfigurieren.
Sie machen den Unterschied zwischen reaktivem Chatten und strategischer Zusammenarbeit.
Einmal sauber aufgesetzt, sparst du Zeit, bekommst bessere Antworten – und arbeitest endlich effektiver mit dem Tool.
Und jetzt Hand aufs Herz:
Hast du deine Custom Instructions gepflegt?
Hast du Anmerkungen, Tipps für die Konfiguration der Custom Instructions oder weitere Gedanken zum Artikel? dann hinterlasse gerne einen Kommentar.
